Vom 07.02.2009
Von Daniela Elsässer
BAD KREUZNACH. Bei der Spendenaktion "Leser helfen" für die Palliativstation "Spes Viva" im Krankenhaus St. Marienwörth sind 9 000 Euro zusammen gekommen. Seit November vergangenen Jahres zahlten AZ-Leser auf das Spendenkonto ein. Diese Bilanz zaubert auf der Station und beim Vorstand ein Lächeln ins Gesicht.
"Das ist wirklich ein beachtliche Ergebnis. Ich freue mich sehr", sagt der geschäftsführende Vorstand Bruder Bonifatius Faulhaber. Schließlich komme das Geld denen zugute, die es wirklich brauchen. Er empfinde "Dankbarkeit denen gegenüber, die das Projekt unterstützt haben, denn das ist nicht selbstverständlich". Deshalb ist die Freude auf der Station ebenfalls groß. Schwester Annegret Euler ist "gerührt und sehr zufrieden" mit dem Ergebnis. "Ein großes Dankeschön an die Spender."
Mit dieser Finanzspritze kann die Station den Umzug in den Neubau des Krankenhauses "ganz anders planen", erklärt sie. Von einer "enormen Summe" spricht aus diesem Grund auch Oberarzt Robert Gosenheimer. "Wir können nach dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten damit Dinge beginnen, die es in dieser Form nur sehr selten gibt."
So rückt der lang ersehnte Entspannungsraum in greifbare Nähe. Mit den Spendengeldern werden Musik- und Lichttherapie und die Entspannung mit Hilfe eines Wasserbettes Wirklichkeit, ebenso wie eine Aromatherapie.
Gerade für die schwer kranken Patienten, die meist von starken Schmerzen geplagt werden, ist eine Therapie zur Entspannung wichtig. "Außerdem können sich Patienten, die einen längeren Aufenthalt bei uns haben, so beschäftigen", nennt Schwester Annegret Euler weitere Vorteile. "Gerade für diejenigen, die wenig Besuch kriegen." Ein Konzept wird genau festlegen, wie der Raum aussehen soll. Zudem gibt es Überlegungen, mit dem Geld Schmerzpumpen anzuschaffen. Sie sind vor allem für Patienten von Vorteil, die nach einem Aufenthalt auf der Station nach Hause zurück kehren, da sie eine exakte Mitteldosierung ermöglichen.
Über das gespendete Geld hinaus hatte die Aktion der Allgemeinen Zeitung für Bruder Bonifatius weitere positive Aspekte: "Das Thema Palliativmedizin ist damit in die Öffentlichkeit gerückt. Es ist ein Bewusstsein für schwer kranke Menschen vorhanden." Oberarzt Gosenheimer ist ebenfalls erfreut, "dass die Öffentlichkeit das Thema so gut aufgenommen hat. Ich freue mich persönlich sehr darüber, weil die Palliativmedizin einen Stellenwert bekommt, der ganz wichtig ist."
Um den Patienten einen Aufenthalt zu Hause besser zu ermöglichen, gründet Gosenheimer gemeinsam mit Pflegern, ehrenamtlichen Hospizhelfern und Seelsorgern am 12. März ein Palliativnetz Rheinhessen-Nahe. Ziel sei eine Koordination der Maßnahmen bei Patienten, die sich zu Hause aufhalten. "Dieses Netzwerk brauchen wir im Hintergrund, damit das Prinzip der Entlassung der Patienten nach dem Aufenthalt auf der Palliativstation funktioniert."
Der Erfolg der Spendenaktion habe ihn davon überzeugt, "dass das Netz in der Öffentlichkeit Unterstützung erreichen kann."